Damals & Heute

Wupperhof um 1914
Wupperhof um 1914
Wupperhof um 1932
Wupperhof um 1932
Wupperhof um 1937
Wupperhof um 1937
Wupperhof um 1938
Wupperhof um 1938
Wupperhof um 1939
Wupperhof um 1939
Wupperhof
Wupperhof
Wupperhof um 1941
Wupperhof um 1941
Wupperhof um 1957
Wupperhof um 1957

Der Wupperhof

Eines der ältesten und traditionsreichsten historischen Gasthäuser des Bergischen Landes, auf eine etwa 800jährige Geschichte zurückblickend, liegt an der Grenze zwischen Solingen und dem seit 1975 zu Leichlingen gehörenden Witzhelden.

Zwar wurde der seit 1983 unter Denkmalschutz stehende Fachwerkbau in seiner heutigen Form erst im 18. Jahrhundert fertiggestellt, aber bereits um das Jahr 1200 soll sich an selbiger Stelle eine Schänke befunden haben. Urkunden belegen, dass das Wirtshaus spätestens ab 1424 Reisenden ermöglichte, ihren Pferden einen Unterstand in der Wechselstation zu bieten und frische Tiere einzuspannen, um die Kräfte zehrenden Steigungen nach Witzhelden und Solingen besser zu bewältigen.

Im Winter eben dieses Jahres 1424 soll sich unweit der Schenke das Folgende zugetragen haben, will man Max Schmidt Glauben schenken, der in seinem Buch „Geschichtliche Wanderungen durch Solingen Stadt und Land“ berichtet: Von Schloss Burg aus soll der Herzog von Berg auf der Hirschjagd gewesen sein, als er nahe des Wupperhofs vom Pferd stürzte und in der Winterkälte wohl erfroren wäre, hätte sein Hund nicht durch lautes Bellen auf seinen Herrn aufmerksam gemacht. Der Herzog soll sodann in das Wirtshaus am Wupperhof gebracht und gesundgepflegt worden sein. Zu Ehren seines Lebensretters ist zu späterer Zeit das Denkmal Rüdenstein errichtet worden, das sich am nahegelegenen Rundwanderweg vom Wupperhof zur Hofschaft Rüden befindet und sich großer Beliebtheit erfreut.

Die Ortsbezeichnung Wupperhof ist erst ab dem Jahr 1488 als „Wypper Hoeve“ urkundlich belegt. Seine besondere Bedeutung erhielt der Wupperhof durch eine der wenigen und ersten dauerhaften Wupperquerungen im Bergischen Land. Zuerst noch als schmaler Steg, später als immer aufwendigere Brückenbauten, ersetzten diese dann die unweit des Wupperhofes gelegene Furt als Wupperquerung. Der Wupperhof liegt inmitten eines gut ausgebauten Wander- und Radwegenetzes mit unterschiedlicher Ausrichtung und Schwierigkeit. Aus sportlicher Sicht war der Wupperhof Teil des anspruchsvollen Rundkurses zur Rad-Straßenweltmeisterschaft im Jahre 1954, sowie Startort des in der Region legendären "Klingenring Bergpreises" zur deutschen und internationalen Bergmeisterschaft für Automobile. Einige erhalten gebliebene Zeichnungen und Fotografien vergangener Zeiten vermitteln einen lebendigen Eindruck vom ehemaligen Erscheinungsbild.

Landhaus Ferres

Seit Sommer 2020 betreiben die Eheleute Margit und Herbert Ferres das altehrwürdige Gasthaus als Landhaus Ferres im Wupperhof mit überwiegend Bergischer Landküche. Dass auf deren Speisenkarte die Kartoffel höchste Priorität hat, versteht sich von selbst, steht der Familienname „Ferres“ doch seit 1929 wie kein zweiter in der hiesigen Region für dieses beliebte Nachtschattengewächs. In diesem Jahr nämlich gründete der einer Bauernfamilie entstammende Josef Ferres in der Solinger Südstadt einen Kartoffelhandel. Im Jahr 1950 trat Peter Ferres, Sohn des Firmengründers und Vater des heutigen Gast- und Namensgebers, in das Unternehmen ein, welches dieser im Laufe der Jahre zu einem erfolgreichen Kartoffel-Großhandel ausbaute. 1993 folgte ihm sein Sohn Herbert, der das Geschäft ebenso erfolgreich weiterführte und nun aber seit Herbst 2019 nicht mehr Kartoffeln der Sorten Linda, Laura und Agria auf Wochenmärkten verkauft, sondern diese, gemeinsam mit seiner Ehefrau Margit, den geschätzten Gästen im Landhaus Ferres im Wupperhof als unverzichtbare Bestandteile schmackhafter Speisen variantenreich präsentieren möchte.

Etwa zehn Kilometer vom Wupperhof entfernt, in der Solinger Hofschaft Schlicken, lebte einst der Gutsherr Peter Knecht, der die Kartoffel von einer Geschäftsreise im Jahre 1731 mit in die hiesige Region brachte, züchtete und so maßgeblich zu deren Verbreitung im Bergischen Land beitrug. Auf Leichlinger Seite wurde fast zeitgleich der Anbau der köstlichen Erdfrucht von Peter Thiel in Büscherhofen betrieben.

Das Landhaus Ferres im Wupperhof, spezialisiert auf Kartoffelspeisen, liegt also inmitten einer Gegend, die hinsichtlich der Geschichte der Kartoffel im Bergischen Land von zentraler Bedeutung ist. Diese Tatsache ist für die Eheleute Ferres Ansporn, der Kartoffel bei den von ihnen angebotenen Speisen jenen Stellenwert einzuräumen, der ihr gebührt. Nicht erst seit Eröffnung der Gaststätte kümmern sich die Eheleute Ferres engagiert um den Erhalt des geschichtsträchtigen Baudenkmals und der Fortführung der langjährigen Gastronomie an diesem idyllischen Ort unserer Heimat.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!



(Text: Olaf Link)

Reservierungen

Adresse

Wupperhof 8

42799 Leichlingen / 42659 Solingen

Öffnungszeiten

Fr.: ab 17.00 Uhr
Sa. - So.: ab 12.00 Uhr

(Küche jeweils bis 20.00 Uhr)